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Westernreiten: Die faszinierende Reitweise der Cowboys

Westernreiten: Die faszinierende Reitweise der Cowboys

Das Wichtigste in Kürze

Was genau macht man beim Westernreiten? 

Beim Westernreiten orientiert man sich an der Arbeitsreitweise der Cowboys, die in Nordamerika Rinder hüteten und trieben. Erfahre mehr…

Ist Westernreiten gut oder schlecht für Pferde? 

Westernreiten ist weder gut noch schlecht für Pferde, sondern hängt von der Ausbildung und dem Umgang des Reiters mit dem Pferd ab. 

Wie unterscheiden sich Englisch und Westernreiten? 

Englisch und Westernreiten unterscheiden sich vor allem in der Ausrüstung, der Hilfengebung und dem Ziel der Ausbildung. Hier kommst Du zu den Vorteilen des Westernreitens…

Westernreiten ist mehr als nur eine Reitweise – es ist eine Lebenseinstellung, die von vielen Menschen auf der ganzen Welt geteilt wird. Die Faszination für den wilden Westen, die Freiheit auf dem Rücken eines Pferdes und die Verbundenheit mit der Natur sind nur einige Gründe, warum das Westernreiten so beliebt ist.

Doch was macht das Westernreiten eigentlich aus? Wie kannst Du es erlernen? Und welche Vorteile hat es für Pferd und Reiter? In diesem Blogbeitrag erfährst Du alles, was Du über das Westernreiten wissen musst.

Die Geschichte des Westernreitens 

Das Westernreiten kommt ursprünglich aus Amerika und entstand in der Zeit der Kolonialisierung

Der Ursprung des Westernreitens liegt in Amerika. Historisch gesehen war die Einführung des Pferdes ein Meilenstein für die gesamte Entwicklung und Besiedlung Amerikas. Nur mit dem Pferd war es damals möglich, die unendlichen Weiten des amerikanischen Kontinents zu überwinden. Die Arbeitsreitweise entwickelte sich aus den spanischen Vaqueros (berittene Viehhirten Spaniens), die ihre Reitweise mit der Kolonialisierung nach Amerika brachten. Aus diesem Grund weist das Westernreiten auch heute noch große Ähnlichkeiten mit den alten europäischen Arbeitsreitweisen auf. So hat sich das Westernreiten immer mit den Anforderungen der Arbeit entwickelt.

Die Cowboys mussten beispielsweise Rinderherden treiben, Tiere trennen oder den Schenkelbrand der Tiere durchführen. Mit der zunehmenden Technisierung der Landwirtschaft und der Veränderung der Viehzucht wurden die Aufgaben der Cowboys und damit auch ihre Nachfrage immer geringer. Das Westernreiten als Sport entwickelte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Seit 1978 ist der Westernsport in Deutschland in der EWU (Erste Westernreiter Union Deutschland e.V.) organisiert und heute unter dem Dach der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Die Ausrüstung für das Westernreiten

Die Ausrüstung für das Westernreiten orientiert sich an der Ausrüstung der Rancharbeiter. Aus diesem Grund zeichnet sich die Ausrüstung vor allem durch zwei Merkmale aus: Sie verbindet höchste Funktionalität mit maximalem Tragekomfort für Pferd und Reiter.

Die Ausrüstung des Reiters besteht im Wesentlichen aus dem Cowboyhut, den Chaps und den Cowboystiefeln. Der Cowboyhut dient ausschließlich als Sonnenschutz. Die Chaps sind meist aus Leder und sorgen für einen sicheren Halt im Sattel. Der Absatz der Cowboystiefel verhindert, dass der Fuß durch den Steigbügel rutscht, ähnlich wie bei normalen Reitstiefeln.

Die Ausrüstung des Pferdes besteht aus einem Westernsattel und Zaumzeug. Der klassische Westernsattel hat eine breite Auflagefläche, um eine optimale Gewichtsverteilung zu gewährleisten. Das Sattelhorn an der Vorderseite des Sattels dient zur Führung und Befestigung des Lassos. Die Zäumung des Westernpferdes ist sehr vielfältig. Beliebt sind gebisslose Zäumungen wie Bosal, Sidepull oder Hackamore. Aber auch Gebisse wie das Curb Bit (eine Art Kandare) oder das Snaffle Bit (eine Art Wassertrense) werden verwendet.

Hinweis: Die Ausrüstung für das Westernreiten sollte immer individuell auf das Pferd und den Reiter abgestimmt werden. Es gibt keine pauschale Regel, welche Ausrüstung die beste ist. Wichtig ist, dass das Pferd sich wohl fühlt und der Reiter eine gute Kontrolle hat.

Das Westernpferd 

Das Westernpferd ist in der Regel ein Quarter Horse, Paint Horse, Appaloosa oder Palomino. Diese Rassen sind bis zu 160 cm groß und haben ein eher quadratisches Exterieur. Ihre große Kruppe und der eher zierliche Vorderkörper ermöglichen schnelle Wendungen. Ihr von Natur aus unerschrockenes und gelassenes Wesen macht sie zu idealen Arbeitspferden für die anspruchsvolle Arbeit mit anderen Tieren.

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Das Westernpferd zeichnet sich vor allem durch seine hohe Durchlässigkeit aus. Das bedeutet, dass es auf kleinste Hilfen des Reiters reagiert und selbständig arbeitet. Das Westernpferd wird meist einhändig am losen Zügel geritten, was eine hohe Vertrauensbasis zwischen Pferd und Reiter erfordert. Das Westernpferd soll sich auf der Hinterhand tragen, aber nicht so stark versammelt sein wie ein Dressurpferd. Ziel ist ein harmonisches und entspanntes Bild.

Tipp: Wenn Du Dir ein Westernpferd kaufen möchtest, solltest Du Dich gut beraten lassen und mehrere Pferde ausprobieren. Nicht jedes Pferd passt zu jedem Reiter und umgekehrt. Achte auch auf die Gesundheit und die Abstammung des Pferdes.

Die Disziplinen im Westernreiten

Das Westernreiten umfasst verschiedene Disziplinen, die sich an den Anforderungen der Rancharbeit oder der Freizeitreiterei orientieren. Die bekanntesten Disziplinen sind:

  • Reining: Reining ist die Königsdisziplin des Westernreitens. Dabei musst Du eine vorgegebene Abfolge von Manövern wie Spins, Sliding Stops oder Rollbacks zeigen. Das Pferd soll dabei flüssig, präzise und willig arbeiten.
  • Trail: Trail ist eine Disziplin, bei der Du verschiedene Hindernisse wie Brücken, Tore oder Stangen überwinden musst. Dabei kommt es auf die Geschicklichkeit und das Vertrauen des Pferdes an.
  • Western Pleasure: Western Pleasure ist eine Disziplin, bei der Du das Pferd in verschiedenen Gangarten am losen Zügel vorstellst. Dabei soll das Pferd ruhig, entspannt und zufrieden wirken.
  • Western Horsemanship: Western Horsemanship ist eine Disziplin, bei der Du Dein Können im Umgang mit dem Pferd zeigst. Dabei musst Du verschiedene Übergänge, Wendungen oder Rückwärtsrichten ausführen. Dabei sollst Du möglichst unauffällig einwirken.
  • Western Riding: Western Riding ist eine Disziplin, bei der Du Dein Pferd in einem bestimmten Muster reitest, das mehrere Galoppwechsel enthält. Dabei soll das Pferd fließend und taktsicher wechseln.
  • Cutting: Cutting ist eine Disziplin, bei der Du ein einzelnes Rind aus einer Herde separieren und davon abhalten musst, wieder zurückzukehren. Dabei soll das Pferd selbstständig und schnell reagieren.
  • Barrel Racing: Barrel Racing ist eine Disziplin, bei der Du einen Parcours aus drei Fässern möglichst schnell durchreiten musst. Dabei soll das Pferd wendig und beschleunigungsfähig sein.
  • Roping: Roping ist eine Disziplin, bei der Du ein Rind mit einem Lasso fangen und festhalten musst. Dabei soll das Pferd ruhig und kooperativ sein.
Beim Westernreiten gibt es verschiedene Disziplinen, in denen sich Reiter und Pferd beweisen müssen

Die Vorteile des Westernreitens

Das Westernreiten hat viele Vorteile für Pferd und Reiter. Einige davon sind:

  • Das Westernreiten fördert die Gelassenheit und die Selbstständigkeit des Pferdes. Das Pferd lernt, auf verschiedene Situationen angemessen zu reagieren und Dir zu vertrauen.
  • Das Westernreiten schult die Feinfühligkeit und die Kommunikation des Reiters. Du lernst, mit minimalen Hilfen das Pferd zu lenken und zu verstehen, was das Pferd Dir signalisiert.
  • Das Westernreiten bietet eine große Vielfalt an Möglichkeiten. Du kannst aus vielen verschiedenen Disziplinen wählen, die Deinen Interessen und Fähigkeiten entsprechen.
  • Das Westernreiten macht Spaß. Du kannst mit Deinem Pferd eine spannende und abwechslungsreiche Zeit verbringen, die Euch beide glücklich macht.

Tipp: Wenn Du das Westernreiten ausprobieren möchtest, kannst Du Dich bei einem Westernreitverein oder einer Westernreitschule in Deiner Nähe informieren. Dort kannst Du Dich beraten lassen, einen Schnupperkurs machen oder ein geeignetes Pferd leihen.

Westernreiten: Eine Reitart mit Geschichte, Vielfalt und Spaß

Das Westernreiten ist eine faszinierende Reitweise, die von vielen Menschen auf der ganzen Welt praktiziert wird. Es basiert auf der Arbeitsreitweise der Cowboys, die in Nordamerika Rinder hüteten und trieben. Das Westernreiten zeichnet sich durch eine spezielle Ausrüstung, ein durchlässiges und gelassenes Pferd und eine einhändige Hilfengebung aus.

Westernreiten umfasst zudem verschiedene Disziplinen, die sich an den Anforderungen der Rancharbeit oder der Freizeitreiterei orientieren. Diese Art des Reitens hat viele Vorteile für Pferd und Reiter, wie die Förderung der Gelassenheit, der Feinfühligkeit, der Vielfalt und des Spaßes.

Quellen: